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Webinar: 6-Schichten – Diagnosetool für Akupunkteure

Webinar mit Johannes Bernot

Termine:
28.11.2026 und 05.12.2026 von 09:30 bis ca. 15:00 Uhr

Seminarort: Live-Webinar (online mit Zoom)
Sprache: Deutsch

Leitbahndiagnose und Nadelstrategie für ausgebildete Akupunkteure

Dieser Kurs macht das 6-Schichten-Modell klinisch anwendbar: von der Schichtzuordnung über die Leitbahndiagnose bis zur konkreten Nadelstrategie.

Ursprünglicher Preis war: 315,00 €Aktueller Preis ist: 300,00 €. inkl. MwSt.

inkl. MwSt (in Deutschland versandkostenfrei)

Die klassische Syndromdiagnose sagt, was der Patient hat. Sie sagt nicht, wo man die Nadel setzt.

Das ist kein Formulierungsproblem — es ist ein Systemfehler. Wer einen Patienten mit Lumbago nach Organsystem und Substanzmuster diagnostiziert, erhält einen klaren Befund: Nieren-Yang-Mangel, Kälte, Feuchtigkeit. Korrekt. Aber die entscheidende Frage bleibt unbeantwortet: Welche Leitbahn? Welche Schicht? Welche Punkte?

Die klassische Syndromdiagnose (Acht-Leitkriterien / Organsystemmuster) wurde ursprünglich für die Kräutertherapie entwickelt — nicht für Akupunktur. Als universaler Diagnoserahmen für alle Modalitäten wurde sie erst in den 1950er Jahren verbindlich eingeführt — eine Entscheidung der TCM-Standardisierungskommission der VR China von 1954–56. Eine administrative Entscheidung, keine klinische.

Das 6-Schichten-Modell ist älter. Es findet sich im Neijing und im Shāng Hán Lùn — das originäre Denksystem der Akupunktur, bevor die Standardisierung es verdrängte. Es beantwortet die Fragen, die die Syndromdiagnose nicht stellt: Posterior oder lateral? Akut oder tief-chronisch? Taiyang oder Shaoyin — und was bedeutet das für die Nadelwahl?

Dieser Kurs macht das 6-Schichten-Modell klinisch anwendbar: von der Schichtzuordnung über die Leitbahndiagnose bis zur konkreten Nadelstrategie.

Zielgruppe

Ausgebildete TCM-Therapeuten und Akupunkteure, die Akupunktur mit dem Denksystem anwenden wollen, aus dem sie ursprünglich stammt.

Teilnahmevoraussetzungen

Grundkenntnisse in Leitbahntheorie und klassischer TCM-Syndromdiagnostik werden vorausgesetzt. Eine Akupunkturausbildung ist hilfreich für das grundlegende Verständnis.

Kursziel

Die Teilnehmenden können das 6-Schichten-Modell als eigenständiges Diagnose- und Nadelauswahl-System einsetzen — von der Schichtzuordnung anhand von Symptomlokalisation, Organindikation und psychoemotionaler Beteiligung bis zur konkreten Punktstrategie.

Lernziele

  • Die Teilnehmenden können die sechs Schichten (Taiyang, Yangming, Shaoyang, Taiyin, Shaoyin, Jueyin) anhand von Körperareal, Leitsymptom und Organbeteiligung klinisch zuordnen
  • Die Teilnehmenden sind in der Lage, aus einer Schichtzuordnung direkt auf relevante Leitbahnen, Jing-Well-Punkte und Ankopplungs-Duos zu schließen
  • Die Teilnehmenden können das 6-Schichten-Modell von der klassischen TCM-Syndromdiagnose abgrenzen und erklären, warum Akupunktur ein eigenständiges Diagnoserahmen erfordert
  • Die Teilnehmenden lernen, psychoemotionale Beteiligung systematisch in die Schichtzuordnung zu integrieren
  • Die Teilnehmenden sind in der Lage, die historische Einordnung des Modells (Neijing, TCM-Standardisierung) klinisch zu nutzen

Inhalte / Module

  • Historische und theoretische Grundlagen: Neijing, Shāng Hán Lùn, und die TCM-Standardisierung der 1950er Jahre
  • Warum klassische Syndromdiagnose (Acht-Leitkriterien / Organsystemmuster) als universaler Akupunktur-Diagnoserahmen unvollständig ist
  • Die sechs Schichten im Detail: Körperareale, Leitbahnverläufe, Organindikationen, Leitsymptome, psychoemotionale Korrelate
  • Klinische Wenn-Dann-Struktur: Symptom → Schicht → Leitbahn → Therapiestrategie
  • Jing-Well-Punkte der 12 Hauptleitbahnen: Indikation und Einsatz
  • Ankopplungs-Duos der 8 außerordentlichen Meridiane: systematischer Überblick
  • Klinische Fallarbeit: Musterdiagnose → Schichtzuordnung → Nadelrezeptur

Praxisnutzen / Mehrwert

Das 6-Schichten-Modell füllt eine strukturelle Lücke in der klinischen Akupunktur: Es verbindet Substanzdiagnostik mit Leitbahndiagnose — und beantwortet damit die Frage, die die klassische Syndromdiagnose allein nicht beantworten kann. Therapeuten, die das Modell beherrschen, können bei jedem Patienten klarer entscheiden: Welche Schicht ist primär betroffen? Welche Leitbahn? Welche Punkte greifen strukturell und nicht nur symptomatisch? Das Ergebnis ist eine Akupunktur, die präziser, begründbarer und klinisch reproduzierbarer wird.

Sicherheit, Grenzen und professioneller Rahmen

Das 6-Schichten-Modell ist ein Diagnose- und Strategiewerkzeug — kein Ersatz für eine vollständige TCM-Anamnese. Die Schichtzuordnung erfolgt stets auf Basis konkreter, beobachtbarer Symptome und Zeichen. Mehrere Schichten können gleichzeitig betroffen sein; das Modell liefert Optionen, keine Einzeldiagnosen. Die therapeutische Entscheidung liegt beim Therapeuten.

Johannes Bernot, MMed (GXUCM) war langjähriger TCM-Therapeut in der Ambulanz der TCM-Klinik Bad Kötzting und ist jetzt in Hamburg in eigener Praxis niedergelassen. In China absolvierte er den Bachelor of Medicine mit Schwerpunkt Akupunktur und den Master of Medicine mit Schwerpunkt auf klassischer Syndromdiagnostik des Shang Han Lun und der Feuer-Geist-Schule.

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