Chinesische Medizin

ChinesischeMedizin Fachgebiet

 

Die (Traditionelle) Chinesische Medizin ist ein in sich geschlossenes Medizinsystem, das die individuelle Verfassung des Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung stellt. Sie gehört zusammen mit dem indischen Ayurveda weltweit zu den ältesten Heilsystemen. Die Chinesische Medizin wird seit Jahrtausenden angewandt und ist von den Anfängen bis heute gut dokumentiert.

Auch wenn sie über die lange Entwicklungszeit immer wieder verschiedenen soziokulturellen und philosophischen Einflüssen unterlag, kann man fünf wesentliche Teilbereiche der Chinesischen Medizin definieren:
•    Chinesische Arzneitherapie
•    Akupunktur und Moxibustion
•    Tuina-Therapie (chinesische manuelle Therapie)
•    Medizinisches Qigong
•    Chinesische Diätetik

Im heutigen China werden Chinesische und Westliche Medizin gleichberechtigt behandelt. An Hochschulen, Forschungsinstituten und Kliniken werden beide Medizinrichtungen gelehrt, weiterentwickelt und angewendet. Per Gesetz ist geregelt, dass sich beide Medizinsysteme integrieren und ergänzen sollen. In China entscheidet weitgehend der Patient, welcher Medizinrichtung er sich zuwendet.

Hierzulande wird die Chinesische Medizin oft mit der Akupunktur gleichgesetzt. Das liegt wohl daran, dass die Akupunktur das erste Verfahren der Chinesischen Medizin war, das im Westen bekannt wurde. Und tatsächlich ist die Akupunktur in den deutschsprachigen Ländern weit verbreitet. Man schätzt, dass in Deutschland etwa 50 bis 60.000 Ärzte zumindest eine Grundausbildung in Akupunktur absolviert haben. Inzwischen wurde die Wirkung der Akupunktur durch zahlreiche klinische Studien belegt.

In China spielt die Akupunktur eher eine – wenn auch wichtige – Nebenrolle. Etwa zehn Prozent der Patienten werden in China mit Akupunktur behandelt. Das wichtigste Behandlungsverfahren ist die Chinesische Arzneitherapie mit einem Anteil von etwa 80 Prozent. Pflanzliche Arzneien stellen den größten Teil der verwendeten Heildrogen dar, es kommen aber auch tierische und mineralische Arzneimittel zur Anwendung.

Auch die manuellen Therapieverfahren (Tuina) spielen eine ausgesprochen wichtige Rolle in der medizinischen Versorgung Chinas, ebenso wie die übenden Therapieverfahren des Qigong, die der Patient regelmäßig anwendet. Als Ergänzung und zur Unterstützung der Arzneitherapie werden die Patienten in der Regel diätetisch beraten. Die oben genannten fünf „Säulen" der Chinesischen Medizin greifen ineinander und ergänzen sich in der Wirkung.

Die Chinesische Medizin arbeitet mit eigenen Modellvorstellungen, folgt dabei aber einem systemischen Grundverständnis. Dass dieses Gesamtkonzept der Chinesischen Medizin ausgesprochen wirksam ist, wurde nicht nur in China, sondern auch in Deutschland wissenschaftlich evaluiert. Seit über zwanzig Jahren (seit 1991) besteht die „Erste Deutsche Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin" in Bad Kötzting. Sie wird seit ihrer Gründung wissenschaftlich begleitet. Dabei arbeiten die TU München und die Universität Beijing Hand in Hand. In der Bad Kötztinger TCM-Klinik behandeln chinesische und deutsche Ärzte westliche Patienten nach einem integrativen Konzept von Westlicher und Chinesischer Medizin. Die vergangenen 20 Jahre TCM-Klinik haben gezeigt, dass sich die Chinesische Medizin durchaus auf den westlichen Kulturkreis übertragen und bei zahlreichen chronischen Erkrankungen erfolgreich und in der Regel kostengünstiger als die Westliche Medizin anwenden lässt.

 

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